| « Mein erster Solosprung | Theorie muß auch sein » |
Eigentlich hatte ich Level 7 bereits erfolgreich absolviert, da aber das Wetter und die Arbeit es nicht zuließen, griff die 30 Tage Regel und ich musste Level 7 nochmal springen. OK, es waren fast 8 Wochen von daher waren die 30 Tage auch mehr als nur ein wenig überschritten. Da sehr viele Schüler am Flugplatz waren, ist Rolf Brombach zusätzlich als Lehrer eingesprungen und hat den Level 7 mit mir gesprungen. Rolf, auch als „Flügelmann“ bekannt, war zu einem Wingsuit Wochenende in Grefrath und einige nutzten die Möglichkeit sich theoretisch und auch praktisch an das Thema BIRDMAN-Fliegen heran zu wagen. Für mich sind das noch ferne Träumen und die Konzentration galt dem Level 7 Sprung. Vor dem Sprung haben wir nur kurz nochmal den Ablauf besprochen; Diveexit, stabilisieren, Salto Vorwärts, stabilisieren, 360° Drehung, stabilisieren, 2-3 Sekunden Tracken, stabilisieren und bei 1700 Metern pullen. Soweit war alles klar, auch nach einer Pause von 8 Wochen habe ich nichts vergessen und ich freu mich auf den Sprung. Rolf ist ein netter Kamerad, vor dem Sprung machen wir noch ein wenig Spaß und Rolf nutzt auch direkt beim warten auf den Flieger, in dem noch ein Birdman sowie Solospringer im Schülerstatus sind, um grundsätzliche Sachen zu trainieren. Stellt euch mal hier im Kreis auf, fordert er uns auf und alle versammeln sich. Augen zu und nun greift mal zum Trennkissen….. alle greifen zum Trennkissen und Rolf gibt ein sehr gut von sich. Nochmal alle Augen zu… eine kleine Pause und dann sagt er greift zur Reserve … alle greifen zur Reserve und Rolf sagt grinsend SUPER … Dann erklärt Rolf uns das man sowas ruhig zwischendurch mal machen sollte, OK man weiß es eigentlich aber zwischendurch auch mal machen kann nie Schaden. Schließlich sind das die wichtigsten Griffe, aber man benutzt Sie nur selten
Die Soloy kommt und wir steigen alle ein und es geht ab in Richtung Startbahn. Im Flieger verläuft alles wie üblich, ich zeige Rolf im Steigflug die 1700 und 2000 Meter an, bei knapp 3300 Metern kontrolliere ich nochmals meine Griffe am Schirm und ziehe Brille und Helm auf. Bei 4000 Meter wird die Tür hochgerollt und die ersten beiden Solos verlassen den Flieger. Ich krabbel zur Tür und warte das Rolf in Position ist und mir das OK gibt. „OK“ ich Rufe Ready Set Go und verlassen den Flieger, bei 3700 Metern bin ich stabil und kontrolliere den Höhenmesser, dann leite ich den Salto Vorwärts ein. Wie bereits beim ersten Level 7 Sprung macht es riesig Spaß und ich habe das Gefühl das der Salto recht sauber war, nur das Ende kam mir ein wenig ruppig vor. Bei 3300 Metern schaue ich zu Rolf und er schneidet Grimassen und will mir zu verstehen gehen das ich mal freundlich gucken soll. Naja er weiß ja nicht das wenn ich konzentriert bin immer sehr ernst aus der Wäsche gucke. Dann leite ich die 360° Linksdrehung ein, auch diese war vom Gefühl her die beste bisher von mir gemachte Drehung. Ich halte während der Drehung nicht an, sondern korrigiere die Drehgeschwindigkeit mit den Schultern. Bei gut 2500 Metern beginne ich zu Tracken, das ist echt das „geilste“ was ich bisher in der Luft gemacht habe, es kommt mir vor als wenn ich wie eine Rakete losdüse. Nach 3-4 Sekunden beende ich den Track und stabilisiere mich. Ich schüttel den Kopf knapp unter 2000 Metern und winke bei 1700 Metern ab. Beim pullen leider wieder eine leichte Linksdrehung, aber nichts schlimmes und der Schirm entfaltet sich in voller Pracht über mir. Der Luftraum um mich herum ist frei und ich stelle mich erstmal gegen den Wind. Es war schon den ganzen Morgen leicht windig und ich merke das ich mit dem 240er Schirm nur sehr langsam gegen den Wind vorwärts komme. Also entschließe ich mich nicht über die Landewiese rüber zu fliegen sondern baue Höhe in Windrichtung vor der Landewiese ab. Bei 300 Metern stelle ich mich nochmal für einige Zeit gegen den Wind und merke das ich nun recht gut Vorwärts komme. Ich mache mir für den Anflug einen Plan den ich dann auch gut einhalte, den von mit in 300 Metern ausgesuchten Landeplatz treffe ich auf ca. 10 Metern genau. Landung war super und als ich zum Bus laufe sehe ich schon wie Rolf mich angrinst. UND? Fragt er, ich Antworte: wie immer absolut Klasse, schade das es so schnell vorbei ist. Rolf grinst noch immer und sagt war auch ein guter Sprung. Anders ausgedrückt alles Roger und meinem ersten Solosprung steht nichts im Weg, außer vielleicht dem Wetter. Denn wenn es noch windiger werden würde, werde ich wohl nicht nochmal in die Luft kommen.
Bei der Nachbesprechung erfahre ich das Rolf nicht nur den Kamerahelm auf hatte, sondern auch die Kamera eingeschaltet war. Ich kann meinen kompletten Sprung, bis auf den Track bei dem ich aus dem Bild geflogen bin, auf dem Display der Kamera anschauen. Echt genial und mit ein wenig glück bekomme ich auch das Video.
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