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Der dritte Sprung ( Level 3 )

01.05.07

  09:13:55, von Thomas   , 1129 Wörter  
Kategorien: Fallschirmspringen

Der dritte Sprung ( Level 3 )

Nachdem ich am 22.04.07 Vormittags meinen Level 2 Sprung erfolgreich absolviert hatte, standen die Chancen gut das ich mittags noch zu meinem Level 3 Sprung kommen würde. Das Wetter hielt sich den ganzen Tag super sonnig und es gab nur sehr wenig Wind. Patrick machte mit mir das Briefing für den Sprung, meine Hauptaufgabe sollte das genießen sein. Genauer gesagt war der Sprung genau wie Level 1 und 2 aufgebaut, es sollte jedoch nur ein Scheingriff gemacht werden und den Rest des freien Falls durfte ich genießen. Anders war nur das mich beide Lehrer im freien Fall loslassen und sich anschauen ob und wie stabil ich falle. Es gab noch ein paar Tips das es auch mal etwas wckeln kann und das ich nicht erschrecken solle wenn mich mal ein Lehrer anstubst. Sollte ich anfangen zu Drehen solle ich die Drehung wie gelernt stoppen. Das war die Theorie und ich war gespannt auf den Sprung.
Dann im Lift 22 war es soweit, die Pilatus Portas landete und hielt, Patrick, Steve ich und noch 7 andere Springer, darunter ein weiterer Schüler und seine zwei Lehrer sowie ein Tandem. Bei Steigflug merke ich das erste mal so richtig das ich Druck in den Ohren bekomme, vermutlich war meine verstopfte Nase daran Schuld das ich den Druck nicht ordentlich ausgleichen kann, aber egal es ist zwar ein komisches Gefühl aber mehr zum Glück nicht. Bei 4000 Metern kommt das OK vom Piloten und die Türe wird geöffnet. Die zwei Solospringer verlassen die Maschine, dann machen Sich Karl und sein Lehrer ( Uwe und Dirk ) auf den Weg. Steve der diesmal im Freifall zu meiner rechten anwesend sein wird klettert in die Türe, Patrick und ich begeben uns ebenfalls zur Türe. Der bereits gewohnte Ablauf beginnt; Checkin, Checkout, Prob, Rauf -Runter und Raus. Nachdem ich die stabile X-Lage eingenommen habe kontrolliere ich den Höhenmesser und gebe 3800 Meter zu Patrick durch, er zeigt mir das ich die Beine etwas weiter zusammen machen soll und gibt mir nach der Korrektur das OK. Von Steve zu meiner Linken erhalte ich sofort das OK und mein Blick geht wieder zum Höhenmesser, es standen noch 3500 Meter auf der Uhr und mein Blick geht nach vorne in die Ferne. Ich merke das mich Steve am Arm beruhrt und denke er korrigiert meine Haltung, aber er wollte mich eigentlich an den Scheingriff erinnern. Naja ich war so begeistert von der Aussicht das ich den total vergessen habe, das konnte auch Steve nicht ändern.
Ich bin absolut überwältigt von der Aussicht, nun ist es schon der dritte Sprung aber so wie jetzt habe ich es noch nicht wahrgenommen. Ich schaue mir die Gegen an und bin absolut fasziniert, dann beginne ich mich ganz langsam zu drehen und nach ca. 90 ° schaue ich auf Krefeld ein großer braun grauer Fleck auf der Erde an dem ein breiter Fluß ( Vater Rhein ) vorbei fließt. In diesem Moment macht s in meinem Kopf klick, verdammt ich sollte doch die Drehung stoppen ! Ich will gerade meine Haltung verändern als mir Steve zur rechten auf den Arm drückt und die Drehung damit stoppt. tja ich habe zwar während des Freifalls regelmässig den Höhenmesser kontrolliert aber die Aussicht war so überwältigend das ich die Drehung genoßen habe und bis heute bin ich noch fasziniert von dem Eindruck den ich gewonnen habe. Bei 2000 Metern schüttel ich mit dem Kopf, bei 1700 Metern winke ich ab, nehme nochmal konzentriert die X-Lage ein und greife zum Öffnungsschirm. Ich merke das ich was anderes in der Hand habe wie den Lederball und greife zu meinem Po, wo ich dann auch etwas oberhalb der Pobacke den Lederball vom Öffnungsschirm finde und Pulle. Der Fallschirm öffnet sich perfekt und ich beginne meine Kreise zu drehen, per Funke höre ich das ich eine Rechtskurve machen soll ich befolge die Anweisung damit Wolfgang am Boden sieht das ich ihn hören kann. Dann fahre ich frei nach Schnautze durch die Luft und probiere ein paar enge Kurven. Bei ca. 500 Metern bekomme ich das Kommando so langsam in Richtung Landewiese zu fahren, nach ein paar großen Kreisen an der Landewiese soll ich der Straße folgen und zum Ende der Wiese fahren. Vor mir ca. 100 Meter unter mit sehe ich wie auch Karl sich auf den Weg zu Wiese macht. Am ende der Wiese drehe ich ein und positioniere mich mittig zu Wiese, vor mir seh ich wie Karl sich recht weit links über der Wiese befindet und in leicht in Richtung Bäume fährt. Ich mache meinen Landepunkt aus und schätze ab das ich wohl ein paar Meter vor dem Windsack landen würde, ich korrigiere ein wenig meine Richtung sodaß sich mein Landepunkt links vor den Windsack verschiebt. Im Augenwinkel sehe ich das Karl noch immer in Richtung Baumreihe unterwegs ist und denke mir er solle mal langdsam ein wenig nach rechts lenken da es sonst eng wird. Als ich mich auf die Landung einstelle, merke ich das mein Landepunkt tatsächlich wie vorher abgeschätzt leicht links vor dem Windsack sein wird, ein Blick zu Karl und ich komme ins Stuzen, ob das noch passt ? Nein es passte nichts in vielleicht 10 Metern Höhe ist Karl sehr nah an den Bäumen und bekommt plötzlich nochmal einen Linksdrift und Fallschirm samt Karl streifen die Bäumen. Ich konzentriere mich wieder auf meine Landung und komme weich und kontrolliert an. Noch bevor ich meinen Schirm zusammen lege schaue ich zu Karl und sehe das Uwe bereits losgerannt ist, Karl steht aber und bewegt sich, es war also nichts passiert.
Zurück am Flugplatz bekomme ich das Nachbriefung und Steve fragt mich nach dem Scheingriff, erst jetzt wird mir klar das ich den gar nicht ausgeführt habe. Zur Drehung sage ich das ich echt fasziniert ware und als er meinen Arm drückte ich erst geschaltet hatte das ich die Drehung stoppen soll. Da der Flug und das Pullen sehr kontrolliert und ruhig ablief sagt Steve das der Level 3 bestanden sei und es auch für Ihn und Patrick ein schöner ruhiger Sprung war, er grinst und bemerkt ich solle beim nächsten Pullen direkt zu meinem Po greifen und nicht zu seinem Höhenmesser, ich freu mich wie ein Schneekönig. Logisch geht es mir durch den Kopf ich sollte zwar den Freifall alleine bewältigen, jedoch beim Pullen war Steve zum stabilisieren wieder an meinem Beingurt.
Nachdem ich meine Kombi ausgezogen bereitete ich den Schirm vor damit dieser gepackt werden kann, aber die Eindrücke vom Freien Fall beginne ich erst so nach und nach zu verarbeiten, ich zehre noch Tage von dieser Aussicht und kann es kaum erwarten wieder ins Flugzeug zu steigen.

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