| « Theorie muß auch sein | Der vierte Sprung ( Level 4 ) » |
Am Wochenende ist mitlerweile mein erster Blick nach dem Aufstehen, der Blick aus dem Fenster um zu sehen wie die Windverhältnise sind. Samstag 05.05.2007 morgen 6 Uhr und im Hof ist an den Fahnen der Nachbarschaft kein Wind zu erkennen. Schnell die morgentliche Arbeit erledigen und um kurz vor neun nochmal ein Kontrollanruf am Flugplatz. Susanne ist sich aber nicht sicher ob Schüler springen können, es ist doch in Grefrath etwas windig und man hat noch nicht entschieden ob der Wind auch für Schüler geeignet ist. Ich fahre jedoch trotzdem los um für den Fall das der Wind nachläßt ich oben auf der Liste stehe, denn nach dem Flugplatz geht es ab nach Dinslaken zum 24h Rennen. Auf dem Flugplatz angekommen treffe ich bereits einen Teil meiner Mitschüler bereits an und ich bin an 4. Stelle der Schüler auf der Liste eingetragen. Gegen 13:00 Uhr nach nunmehr fast 4 Stunden aufenthalt auf dem Flugplatz habe ich schon fast die Hoffnung auf einen Sprung aufgegeben, aber so wirklich will ich es nicht wahr haben, Sonnenschein, angenehme Temperaturen und wir dürfen nicht springen da der Wind noch immer recht stark und böig ist.
Gegen 15:00 Uhr entscheiden dann die Sprunglehrer das wir doch noch in die Luft kommen, wir bekommen die Anweisung das wir nicht die normale Landewiese ansteuern, sondern die gegenüber liegende Wiese. Wir schauen uns die Wiese auf dem Luftbild an und stellen fest die Wiese ist um mehr als das dreifache so groß wie die normale Landewiese. Die ersten von uns steigen in den Flieger und heben mit der Chesna ab in Richtung Himmel. Ich habe noch über eine Stunde Zeit bis zum start und lauf zur Landewiese um mir die Landung meiner Mitschüler anzusehen. Alle drei Landen auf der riesigen Wiese ohne Probleme und ich mache mich wieder auf den Weg zum Platz, bei einer Curry-Wurst überdenke ich was wohl das Team bisher beim 24h Rennen erreicht hat; leider habe ich bis dahin niemanden erreichen können und ich weiss nicht wie das Quali und der Start Verlaufen ist.
Ich spreche mit Uwe kurz vor dem Start den Level 5 Sprung durch, normales abspringen mit dem Lehrer zusammen, stabilisieren, Beobachtungskreis und dann eine 360° Drehung nach rechts einleiten, Höhenmesser kontrollieren und bei einer Höhe von über 2400 Metern noch eine 360° Drehung nach links einleiten. Sollte ich bei der Linksdrehung feststellen das die 2000 Meter erreicht werden die 2000 Meter wie gewohnt durch Kopfschütteln anzeigen und die Drehung stoppen, um dann bei 1700 Metern das pullen anzuzeigen und auszuführen. Es ist soweit, die Chesna ist mit dem Tanken fertig und wir können in aller Ruhe einsteigen, zuerst gehen zwei Tandems in die Maschine, dann ich und dann steigt Uwe ein. Ich sitze hinten in der Maschine und schaue gegen die Flugrichtung, da ich mich an die hinter mir sitzende Tandem-Dame anlehnen kann, sitze ich bequem. Bei 1700 Meter vergleiche ich mit Uwe den Höhenmesser und irgendwie bin ich nichtganz bei der Sache. Bei 2500 Metern geht Uwe mit mir nochmal den Sprung durch und ich bekomme noch alles zusammen, dann erklärt mir Uwe in welcher Reihenfolge wir aussteigen werden. Wir verlassen vor den beiden Tandems die Maschine, es wird wohl eng beim Aussteigen da ich mich im Flugzeug umderehen muss und dann an den beiden zwei Tandems vorbei zu Tür krabbeln muss. Wir sind bei 4000 Metern angekommen, und öffne mit Uwe zusammen die Tür, welche nach oben gerollt wird und dann mit Klett befestigt wird. Die zwei jungen Mädels (Tandem Gäste) schauen noch ein wenig ungläubig, nicht ängstlich aber etwas merkwürdig.
Uwe steigt aus dem Flieger und postiert sich von außen an der Türe, ich habe Probleme mich ordentlich in der Türe zu postieren und kämpfe das erste mal richtig mit dem Wind, erst hinterher wird mir bewußt das der Pilot die Maschine nicht gedrosselt hat. Nach einigem gefummel habe ich irgendwie meine Füße rausbekommen und stehe auf einem Fuß von Uwe, da er abnickt hohle ich mir das OK für Checkout, schau nach vorne stammel Prob und deute ein RAUF RUNTER an und springe ab. Wie gewohnt bin ich recht schnell in der normalen Lage für den Freifall, mit einem Unterschied: Ich stabilisiere nicht ordentlich und erst bei 3500 Metern mache ich den Beobachtungskreis. Uwe zeigt mit ich soll mehr durchdrücken und ich habe so ziemlich alles vergessen was ich gelernt habe. Nachdem meine Lage halbwegs stabil ist läßt uwe los und ich EIER durch die Luft, Uwe packt wieder zu damit ich wieder stabil in der Luft liegen. Ich kontrolliere zwar regelmäßig die Höhe und versuche auch eine Drehung einzuleiten, da aber meine Haltung sowas von Chaotisch ist EIER ich weiter in Richtung Boden. Bei 2000 Metern zeige ich Uwe durch Kopfschütteln an das ich die Höhe erkannt habe und schaue bis 1700 Metern auf den Höhenmesser, bei 1700 schwenke ich die Arme, drücke das Hohlkreuz nochmal richtig durch und Pulle. Der Schirm hat sich ordentlich geöffnet und in meiner Nähe befindet sich kein anderer Springer. Während des Rundumblicks nehme ich die Lenkleinen in die Hand und löse die Vorbremse. Ich mach ein par Kurven und teste mal ob ich gegen den Wind ankomme, dabei merke ich das ich direkt gegen den Wind kaum Vorwärts komme und entschließe mich das ich Versuche gegen den Wind zu kreuzen. Dasklappt ganz gut und ich orientiere mich noch oberhalb von 1100 Metern in Richtung Landewiese, am Anfang der Landewiese stelle ich den Schirm gegen den Wind und schaue was passiert, so gut wie nichts ist zu merken, ich stehe fast auf der Stelle und verliere nur sehr langsam an Höhe. Ich fliege zwei Vollkreise und baue dabei einiges an Höhe ab. Dann kreuze ich nochmal gegen den Wind und komme wieder am Ende der Landewiese an, ich sehe das Uwe und die Tandems auf der normalen Landewiese gelandet sind und entscheide mich das auch ich dort landen werden, komme ich doch bisher mit dem zwar relativ starken aber nich böigen Wind gut klar. Ich mache mich auf den Weg zur Wiese, überquere diese und halte gegen den Wind. Die Landung erfolgt ziemlich mittig, nur ein wenig weiter links wie geplant, weich und kontrolliert. Noch beim zusammenpacken des Schirmes realisiere ich das ich im Freifall nichts von dem gemacht habe was ich gelernt hatte, erst ab dem Punkt wo der Schirm aufgegangen war, war ich wieder voll bei der Sache. Ich rufe Uwe schon rufen ich solle mal hinmachen und ich mach mich auf den Weg zum Bus. Die zwei jungen Tandems schauen mich bis über beiden Ohren grinsend an und Uwe fragt mich : UND ? Naja ich sag hat Spaß gemacht aber über alles weitere brauchen wir nicht reden, war wohl mehr als Mist. Uwe sagt nur: das glaube ich auch.
Wieder am Flugplatz beim sortieren des Schirms kann Uwe es wohl noch weniger glauben als ich was in Luft passiert, bzw. nicht passiert war. Was war den Los höre ich. Ich kann nur Antworten: Ich hatte alles im Kopf aber nicht das was ich im Kopf haben sollte, das ich den Level 5 nocheinmal springen muß ist mir klar und es bleibt mir die Erkenntnis: Man soll nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Als Trost bleibt mir das ich beim 24h Rennen mit vier guten Turns und Klasse Rundenzeiten glänzen konnte.
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