Kategorie: "Fallschirmspringen"

02.06.07

  09:11:49, von Thomas   , 102 Wörter  
Kategorien: Fallschirmspringen

Theorie muß auch sein

Leider war das Wetter in den letzten Wochen nicht wirklich zum Fallschirmspringen für Schülergeeignet, Wind, Regen und viele Wolken sorgten dafür das ich seit gut 3 Wochen nicht zum Springen gekommen bin. Man sollte annehen das so genügend Zeit bleibt um sich mit der Theorie auseinander zu setzen. Beim surfen haben ich eine nützliche Seite gefunden auf der man die Theorie trainieren kann: Prüfungstrainer von skyger.de.
Weitere Infos und alle Prüfungsfragen für die Lizenz findet man beim Deutscher Fallschirmsport Verband e.V. hier findet Ihr viele interessante Links zu Unfallstatistiken, Wettbewerbsregeln und vieles mehr.

20.05.07

  08:15:49, von Thomas   , 1244 Wörter  
Kategorien: Fallschirmspringen

Der 5.Sprung (Level 5.1)

Am Wochenende ist mitlerweile mein erster Blick nach dem Aufstehen, der Blick aus dem Fenster um zu sehen wie die Windverhältnise sind. Samstag 05.05.2007 morgen 6 Uhr und im Hof ist an den Fahnen der Nachbarschaft kein Wind zu erkennen. Schnell die morgentliche Arbeit erledigen und um kurz vor neun nochmal ein Kontrollanruf am Flugplatz. Susanne ist sich aber nicht sicher ob Schüler springen können, es ist doch in Grefrath etwas windig und man hat noch nicht entschieden ob der Wind auch für Schüler geeignet ist. Ich fahre jedoch trotzdem los um für den Fall das der Wind nachläßt ich oben auf der Liste stehe, denn nach dem Flugplatz geht es ab nach Dinslaken zum 24h Rennen. Auf dem Flugplatz angekommen treffe ich bereits einen Teil meiner Mitschüler bereits an und ich bin an 4. Stelle der Schüler auf der Liste eingetragen. Gegen 13:00 Uhr nach nunmehr fast 4 Stunden aufenthalt auf dem Flugplatz habe ich schon fast die Hoffnung auf einen Sprung aufgegeben, aber so wirklich will ich es nicht wahr haben, Sonnenschein, angenehme Temperaturen und wir dürfen nicht springen da der Wind noch immer recht stark und böig ist.
Gegen 15:00 Uhr entscheiden dann die Sprunglehrer das wir doch noch in die Luft kommen, wir bekommen die Anweisung das wir nicht die normale Landewiese ansteuern, sondern die gegenüber liegende Wiese. Wir schauen uns die Wiese auf dem Luftbild an und stellen fest die Wiese ist um mehr als das dreifache so groß wie die normale Landewiese. Die ersten von uns steigen in den Flieger und heben mit der Chesna ab in Richtung Himmel. Ich habe noch über eine Stunde Zeit bis zum start und lauf zur Landewiese um mir die Landung meiner Mitschüler anzusehen. Alle drei Landen auf der riesigen Wiese ohne Probleme und ich mache mich wieder auf den Weg zum Platz, bei einer Curry-Wurst überdenke ich was wohl das Team bisher beim 24h Rennen erreicht hat; leider habe ich bis dahin niemanden erreichen können und ich weiss nicht wie das Quali und der Start Verlaufen ist.
Ich spreche mit Uwe kurz vor dem Start den Level 5 Sprung durch, normales abspringen mit dem Lehrer zusammen, stabilisieren, Beobachtungskreis und dann eine 360° Drehung nach rechts einleiten, Höhenmesser kontrollieren und bei einer Höhe von über 2400 Metern noch eine 360° Drehung nach links einleiten. Sollte ich bei der Linksdrehung feststellen das die 2000 Meter erreicht werden die 2000 Meter wie gewohnt durch Kopfschütteln anzeigen und die Drehung stoppen, um dann bei 1700 Metern das pullen anzuzeigen und auszuführen. Es ist soweit, die Chesna ist mit dem Tanken fertig und wir können in aller Ruhe einsteigen, zuerst gehen zwei Tandems in die Maschine, dann ich und dann steigt Uwe ein. Ich sitze hinten in der Maschine und schaue gegen die Flugrichtung, da ich mich an die hinter mir sitzende Tandem-Dame anlehnen kann, sitze ich bequem. Bei 1700 Meter vergleiche ich mit Uwe den Höhenmesser und irgendwie bin ich nichtganz bei der Sache. Bei 2500 Metern geht Uwe mit mir nochmal den Sprung durch und ich bekomme noch alles zusammen, dann erklärt mir Uwe in welcher Reihenfolge wir aussteigen werden. Wir verlassen vor den beiden Tandems die Maschine, es wird wohl eng beim Aussteigen da ich mich im Flugzeug umderehen muss und dann an den beiden zwei Tandems vorbei zu Tür krabbeln muss. Wir sind bei 4000 Metern angekommen, und öffne mit Uwe zusammen die Tür, welche nach oben gerollt wird und dann mit Klett befestigt wird. Die zwei jungen Mädels (Tandem Gäste) schauen noch ein wenig ungläubig, nicht ängstlich aber etwas merkwürdig.
Uwe steigt aus dem Flieger und postiert sich von außen an der Türe, ich habe Probleme mich ordentlich in der Türe zu postieren und kämpfe das erste mal richtig mit dem Wind, erst hinterher wird mir bewußt das der Pilot die Maschine nicht gedrosselt hat. Nach einigem gefummel habe ich irgendwie meine Füße rausbekommen und stehe auf einem Fuß von Uwe, da er abnickt hohle ich mir das OK für Checkout, schau nach vorne stammel Prob und deute ein RAUF RUNTER an und springe ab. Wie gewohnt bin ich recht schnell in der normalen Lage für den Freifall, mit einem Unterschied: Ich stabilisiere nicht ordentlich und erst bei 3500 Metern mache ich den Beobachtungskreis. Uwe zeigt mit ich soll mehr durchdrücken und ich habe so ziemlich alles vergessen was ich gelernt habe. Nachdem meine Lage halbwegs stabil ist läßt uwe los und ich EIER durch die Luft, Uwe packt wieder zu damit ich wieder stabil in der Luft liegen. Ich kontrolliere zwar regelmäßig die Höhe und versuche auch eine Drehung einzuleiten, da aber meine Haltung sowas von Chaotisch ist EIER ich weiter in Richtung Boden. Bei 2000 Metern zeige ich Uwe durch Kopfschütteln an das ich die Höhe erkannt habe und schaue bis 1700 Metern auf den Höhenmesser, bei 1700 schwenke ich die Arme, drücke das Hohlkreuz nochmal richtig durch und Pulle. Der Schirm hat sich ordentlich geöffnet und in meiner Nähe befindet sich kein anderer Springer. Während des Rundumblicks nehme ich die Lenkleinen in die Hand und löse die Vorbremse. Ich mach ein par Kurven und teste mal ob ich gegen den Wind ankomme, dabei merke ich das ich direkt gegen den Wind kaum Vorwärts komme und entschließe mich das ich Versuche gegen den Wind zu kreuzen. Dasklappt ganz gut und ich orientiere mich noch oberhalb von 1100 Metern in Richtung Landewiese, am Anfang der Landewiese stelle ich den Schirm gegen den Wind und schaue was passiert, so gut wie nichts ist zu merken, ich stehe fast auf der Stelle und verliere nur sehr langsam an Höhe. Ich fliege zwei Vollkreise und baue dabei einiges an Höhe ab. Dann kreuze ich nochmal gegen den Wind und komme wieder am Ende der Landewiese an, ich sehe das Uwe und die Tandems auf der normalen Landewiese gelandet sind und entscheide mich das auch ich dort landen werden, komme ich doch bisher mit dem zwar relativ starken aber nich böigen Wind gut klar. Ich mache mich auf den Weg zur Wiese, überquere diese und halte gegen den Wind. Die Landung erfolgt ziemlich mittig, nur ein wenig weiter links wie geplant, weich und kontrolliert. Noch beim zusammenpacken des Schirmes realisiere ich das ich im Freifall nichts von dem gemacht habe was ich gelernt hatte, erst ab dem Punkt wo der Schirm aufgegangen war, war ich wieder voll bei der Sache. Ich rufe Uwe schon rufen ich solle mal hinmachen und ich mach mich auf den Weg zum Bus. Die zwei jungen Tandems schauen mich bis über beiden Ohren grinsend an und Uwe fragt mich : UND ? Naja ich sag hat Spaß gemacht aber über alles weitere brauchen wir nicht reden, war wohl mehr als Mist. Uwe sagt nur: das glaube ich auch.
Wieder am Flugplatz beim sortieren des Schirms kann Uwe es wohl noch weniger glauben als ich was in Luft passiert, bzw. nicht passiert war. Was war den Los höre ich. Ich kann nur Antworten: Ich hatte alles im Kopf aber nicht das was ich im Kopf haben sollte, das ich den Level 5 nocheinmal springen muß ist mir klar und es bleibt mir die Erkenntnis: Man soll nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Als Trost bleibt mir das ich beim 24h Rennen mit vier guten Turns und Klasse Rundenzeiten glänzen konnte.

11.05.07

  09:01:57, von Thomas   , 804 Wörter  
Kategorien: Fallschirmspringen

Der vierte Sprung ( Level 4 )

Nach vielen langen Wartenzeiten, aufgrund windiger Verhältnisse, auf dem Sprungplatz war es endlich soweit und wir konnten gegen 11:40 in die Cessna U 206 G Soloy steigen und ich konzentrierte mich auf meinen vierten Sprung. Die U 206 so merkte ich beim Einsteigen ist doch um einiges kleiner wie die Pilatus, insbesondere das Trittbrett außen am Flieger wirkte sehr klein. Mein Sitzplatz direkt neben dem Piloten war allerdings super bequem und Platz war auch genug vorhanden, ich hatte wohl den günstigsten Platz erwischt. Da ab Level vier nur noch ein Sprunglehrer notwenig ist saß vor mir Uwe mit dem ich das erste mal springen würde. Am Boden hatten hatten wir bereits den Sprungablauf durchgesprochen, im Steigflug bei 1700m zeige ich Uwe meinen Höhermesser zum vergleich und deute das Abwinken an. Dann fragt Uwe nochmal ab ob ich mir den Sprungablauf eingeprägt habe ( Ceckout, Prob, Rauf-Runter-Raus, stabilisieren und Beobachrungskreis durchführen, 90° Drehung nach rechts drehen, Höhenmesser, 90° nach links drehen, Höhenmesser, bei 2000 Metern Kopfschütteln und bis zum Abwinken und Pullen bei 1700m den Höhenmesser beobachte). Bei 3500 Metern Flughöhe mache ich mich langsam fertig und ziehe Brille und Helm an. Uwe schaltet den Funk ein und verstaut das Gerät in meiner Kombi. Bei 4000 Metern wird die Türe nach oben gerollt und die anderen Springer verlassen nach und nach das Flugzeug.
Uwe klettert aus dem Flieger und wartet an der Tür auf mich, ich positioniere mich ebenfalls auf dem Tritt und atme durch, man es ist schon viel enger beim Ausstieg wie in der Portas, nun merke ich erst wie eng es wirklich ist. Aber es geht und ich hole mir beim CheckOut ein OK, schaue zur Nase des Flugzeugs und rufe Prob. Ich deute ein Rauf Runter an und Springe in den Flugwind. Ein normaler Absprung denke ich noch und nehme die Stabile-Freifallhaltung ein, ich kontrolliere nochmal meine Fußhaltung und mache den Beobachtungskreis und bekomme bei 3700 Metern das OK von Uwe. Dann leite ich durch leichtes drehen des Oberkörpers die Drehung nach rechts ein, bei gut 90° stoppe ich die Drehung und kontrolliere die Höhe, Uwe flieg neben mit und ich kann ihm in die Augen schauen. Ein geniales Gefühl jemanden im Abstand von weniger als einen Meter jemanden neben sich zu sehen der ebenfalls mit knapp 200 Stundenkilometern zu Boden stürzt. Genug genossen und ich schaue nach links und leite die Drehung ein. Die Linksdrehung ist etwas unruhiger nicht instabil aber es wackelt ein wenig. Bei 90° stoppe ich die Drehung und kontrolliere den Höhenmesser, 2400 Meter ich schaue nochmal nach rechts zu Uwe und lasse meinen Blick einmal über den Horizont streichen, Höhenkontrolle und gleich sind die 2000 Meter erreicht, meine Augen bleiben auf dem Höhenmesser, bei 2000 Metern zeige ich Uwe durch Kopfschütteln das ich die 2000 wahrgenommen habe. Bei 1700 Metern winke ich ab, drücke nochmal das Hohlkreuz nach und Pulle.
Der Schirm öffnet sich und wie beim ersten Sprung sind die Hauptleinen eingedreht, nach einer Drechung um die eigene Achse sind die Leinen wieder im normalen Zustand, ich löse die Lenkleinen und kontrolliere den Luftraum, keiner in meiner Nähe zu sehen. Ich suche die Landewiese und entdecke Uwe einige hundert Meter unter mir. Nachdem ich die Landewiese gefunden habe beginne ich ein paar Kreise zu drehen, per Funk höre ich dann das ich eine 360° Drehung nach rechts machen soll, ich drehe und höre Funk ein OK, dann schau ich mir die Landschaft an und beobachte die anderen Fallschirme unter mir, Uwe macht einige schnelle Drehungen und ich sehe das er schon über der Landewiese ist und den Anflug einletet. Schon beeidruckend wie schnell man Höhe abbauchen kann durch die Drehungen, aber das dauert wohl noch bis ich mich an solche Geschichten ran wage, jetzt genieße ich noch die Fallschirmfahrt in völlen Zügen. Bei knapp 500 Metern orientiere ich mich in Richtung Landewiese, am Ende der Wiese drehe ich ein und kreuze über der Wiese hin und her, bei 100 Metern bekomme ich per Funk die Anweisung den Landeanflug zu beginnen, ich fahre ein Stück mit dem Wind und drehe dann gegen den Wind in Richtung Landewiese und konzentriere mich. Ich lande auf dem Ausgesuchten Punkt und stehe die sanfte Landung.
Im Nachhinein kommt mir der Sprung vor wie aus dem Bilderbuch, ich bin absolut Happy und nachdem auch noch Uwe ein Lob ausspricht schwebe ich im siebten Himmel obwohl ich doch eben erst aus diesem wieder zurück zur Erde gekommen war. Wieder auf dem Platz freue ich mich auf den 5. Sprung, der jedoch muß verschoben werden da der Wind immer stärker wird und die Sprunglehrer entscheiden das keine Schüler mehr springen. Wir Schüler üben dann noch ein wenig Schirm packen und beenden den Tag ohne einen zweiten Sprung.

01.05.07

  09:13:55, von Thomas   , 1129 Wörter  
Kategorien: Fallschirmspringen

Der dritte Sprung ( Level 3 )

Nachdem ich am 22.04.07 Vormittags meinen Level 2 Sprung erfolgreich absolviert hatte, standen die Chancen gut das ich mittags noch zu meinem Level 3 Sprung kommen würde. Das Wetter hielt sich den ganzen Tag super sonnig und es gab nur sehr wenig Wind. Patrick machte mit mir das Briefing für den Sprung, meine Hauptaufgabe sollte das genießen sein. Genauer gesagt war der Sprung genau wie Level 1 und 2 aufgebaut, es sollte jedoch nur ein Scheingriff gemacht werden und den Rest des freien Falls durfte ich genießen. Anders war nur das mich beide Lehrer im freien Fall loslassen und sich anschauen ob und wie stabil ich falle. Es gab noch ein paar Tips das es auch mal etwas wckeln kann und das ich nicht erschrecken solle wenn mich mal ein Lehrer anstubst. Sollte ich anfangen zu Drehen solle ich die Drehung wie gelernt stoppen. Das war die Theorie und ich war gespannt auf den Sprung.
Dann im Lift 22 war es soweit, die Pilatus Portas landete und hielt, Patrick, Steve ich und noch 7 andere Springer, darunter ein weiterer Schüler und seine zwei Lehrer sowie ein Tandem. Bei Steigflug merke ich das erste mal so richtig das ich Druck in den Ohren bekomme, vermutlich war meine verstopfte Nase daran Schuld das ich den Druck nicht ordentlich ausgleichen kann, aber egal es ist zwar ein komisches Gefühl aber mehr zum Glück nicht. Bei 4000 Metern kommt das OK vom Piloten und die Türe wird geöffnet. Die zwei Solospringer verlassen die Maschine, dann machen Sich Karl und sein Lehrer ( Uwe und Dirk ) auf den Weg. Steve der diesmal im Freifall zu meiner rechten anwesend sein wird klettert in die Türe, Patrick und ich begeben uns ebenfalls zur Türe. Der bereits gewohnte Ablauf beginnt; Checkin, Checkout, Prob, Rauf -Runter und Raus. Nachdem ich die stabile X-Lage eingenommen habe kontrolliere ich den Höhenmesser und gebe 3800 Meter zu Patrick durch, er zeigt mir das ich die Beine etwas weiter zusammen machen soll und gibt mir nach der Korrektur das OK. Von Steve zu meiner Linken erhalte ich sofort das OK und mein Blick geht wieder zum Höhenmesser, es standen noch 3500 Meter auf der Uhr und mein Blick geht nach vorne in die Ferne. Ich merke das mich Steve am Arm beruhrt und denke er korrigiert meine Haltung, aber er wollte mich eigentlich an den Scheingriff erinnern. Naja ich war so begeistert von der Aussicht das ich den total vergessen habe, das konnte auch Steve nicht ändern.
Ich bin absolut überwältigt von der Aussicht, nun ist es schon der dritte Sprung aber so wie jetzt habe ich es noch nicht wahrgenommen. Ich schaue mir die Gegen an und bin absolut fasziniert, dann beginne ich mich ganz langsam zu drehen und nach ca. 90 ° schaue ich auf Krefeld ein großer braun grauer Fleck auf der Erde an dem ein breiter Fluß ( Vater Rhein ) vorbei fließt. In diesem Moment macht s in meinem Kopf klick, verdammt ich sollte doch die Drehung stoppen ! Ich will gerade meine Haltung verändern als mir Steve zur rechten auf den Arm drückt und die Drehung damit stoppt. tja ich habe zwar während des Freifalls regelmässig den Höhenmesser kontrolliert aber die Aussicht war so überwältigend das ich die Drehung genoßen habe und bis heute bin ich noch fasziniert von dem Eindruck den ich gewonnen habe. Bei 2000 Metern schüttel ich mit dem Kopf, bei 1700 Metern winke ich ab, nehme nochmal konzentriert die X-Lage ein und greife zum Öffnungsschirm. Ich merke das ich was anderes in der Hand habe wie den Lederball und greife zu meinem Po, wo ich dann auch etwas oberhalb der Pobacke den Lederball vom Öffnungsschirm finde und Pulle. Der Fallschirm öffnet sich perfekt und ich beginne meine Kreise zu drehen, per Funke höre ich das ich eine Rechtskurve machen soll ich befolge die Anweisung damit Wolfgang am Boden sieht das ich ihn hören kann. Dann fahre ich frei nach Schnautze durch die Luft und probiere ein paar enge Kurven. Bei ca. 500 Metern bekomme ich das Kommando so langsam in Richtung Landewiese zu fahren, nach ein paar großen Kreisen an der Landewiese soll ich der Straße folgen und zum Ende der Wiese fahren. Vor mir ca. 100 Meter unter mit sehe ich wie auch Karl sich auf den Weg zu Wiese macht. Am ende der Wiese drehe ich ein und positioniere mich mittig zu Wiese, vor mir seh ich wie Karl sich recht weit links über der Wiese befindet und in leicht in Richtung Bäume fährt. Ich mache meinen Landepunkt aus und schätze ab das ich wohl ein paar Meter vor dem Windsack landen würde, ich korrigiere ein wenig meine Richtung sodaß sich mein Landepunkt links vor den Windsack verschiebt. Im Augenwinkel sehe ich das Karl noch immer in Richtung Baumreihe unterwegs ist und denke mir er solle mal langdsam ein wenig nach rechts lenken da es sonst eng wird. Als ich mich auf die Landung einstelle, merke ich das mein Landepunkt tatsächlich wie vorher abgeschätzt leicht links vor dem Windsack sein wird, ein Blick zu Karl und ich komme ins Stuzen, ob das noch passt ? Nein es passte nichts in vielleicht 10 Metern Höhe ist Karl sehr nah an den Bäumen und bekommt plötzlich nochmal einen Linksdrift und Fallschirm samt Karl streifen die Bäumen. Ich konzentriere mich wieder auf meine Landung und komme weich und kontrolliert an. Noch bevor ich meinen Schirm zusammen lege schaue ich zu Karl und sehe das Uwe bereits losgerannt ist, Karl steht aber und bewegt sich, es war also nichts passiert.
Zurück am Flugplatz bekomme ich das Nachbriefung und Steve fragt mich nach dem Scheingriff, erst jetzt wird mir klar das ich den gar nicht ausgeführt habe. Zur Drehung sage ich das ich echt fasziniert ware und als er meinen Arm drückte ich erst geschaltet hatte das ich die Drehung stoppen soll. Da der Flug und das Pullen sehr kontrolliert und ruhig ablief sagt Steve das der Level 3 bestanden sei und es auch für Ihn und Patrick ein schöner ruhiger Sprung war, er grinst und bemerkt ich solle beim nächsten Pullen direkt zu meinem Po greifen und nicht zu seinem Höhenmesser, ich freu mich wie ein Schneekönig. Logisch geht es mir durch den Kopf ich sollte zwar den Freifall alleine bewältigen, jedoch beim Pullen war Steve zum stabilisieren wieder an meinem Beingurt.
Nachdem ich meine Kombi ausgezogen bereitete ich den Schirm vor damit dieser gepackt werden kann, aber die Eindrücke vom Freien Fall beginne ich erst so nach und nach zu verarbeiten, ich zehre noch Tage von dieser Aussicht und kann es kaum erwarten wieder ins Flugzeug zu steigen.

26.04.07

  14:12:04, von Thomas   , 1673 Wörter  
Kategorien: Fallschirmspringen

Der zweite Sprung (Level 2)

Da ich meinen ersten Sprung am späten Samstagnachmittag absolvierte war ich gezwungen eine Nacht zu schlafen bevor der zweite Sprung anstand. Für 4 meiner Mitschüler war der erste Sprung für den Sonntagmorgen geplant und ich brauchte erst gegen 11:00 Uhr vor Ort zu sein. Ein toller Tag begann direkt mit einer kleinen Überraschung. Auf der Fahrt zum Flugplatz Nierhorst sehe ich kurz vor dem letzten Dorf jemanden auf der linken Seite die Landstrasse entlang laufen. Nach genauem hinsehen bemerke ich das die Person einen Fallschirm vor Sich in den Armen hält. Ich halte an und frage ob ich Ihn mitnehmen solle, und als sich der Springer umdreht sehe ich es ist UWE, ein Sprunglehrer. Sichtlich erleichtert nickt Uwe, waren es doch noch gute 2 Kilometer bis zum Platz, und die bequemste Art sich fortzubewegen ist es nicht mit einem Fallschirm im Arm zu laufen. Während der Fahrt schildert Uwe was passiert war. Da zwei Schüler mit im Flugzeug waren hat sich der Ausstieg verzögert und man war sehr weit weg vom Flugplatz, eigentlich wäre er noch übers Dorf rüber gekommen um aber kein Unnötiges Risiko einzugehen hatte er entschieden lieber vor dem Dorf zu landen. Schlimmer hatte es Heike meine Mitschülerin erwischt, Sie war aufgrund der fehlenden Erfahrung noch weiter vom Flugplatz entfernt gelandet, genaues wusste man jedoch noch nicht. Nach einer Weile kam dann die Entwarnung, Heike war sicher und sauber bei Dixdorf gelandet und war mit Hilfe eines freundlichen Passanten bereits auf dem Weg zum Flugplatz. Als Sie ankam strahlte Heike wie wir alle nach unserem ersten Sprung, nur war Sie verunsichert ob es Ihre Schuld war das Sie so weit weg gelandet war. Die Zweifel konnten schnell ausgeräumt werden und auch Heike hat sich entschlossen die AFF-Ausbildung weiter zu machen.
Nach dem ersten Kaffee, der Begrüßung meiner Sprunglehrer Patrick und Steve besorgte ich mir erstmal eine Kombi und bemerke wie die Vorfreude so langsam größer wird. Dann gab es die Einweisung zum zweiten Sprung, der gesamte Ablauf wurde noch mal durchgesprochen und geübt. Neu war das nun nur noch zwei Scheingriffe gemacht werden sollten und anstelle des dritten Scheingriffs eine Rechtsdrehung um 90° und eine Linksdrehung um 90° ausgeführt werden soll. Auf dem Bock wurde dann die Drehung mehrfach geübt; Höhenmesser kontrollieren, nach rechts schauen und die rechte Schulter leicht nach unten drücken. Um die Drehung wieder zu Stoppen die Schulter wieder heben und den Höhenmesser kontrollieren. Zeigt die Uhr mehr als 2400 Höhenmeter Kopf nach links und die linke Schulter langsam leicht nach unten drücken und nach dem Stoppen der Drehung den Höhenmesser kontrollieren. Soweit war die Theorie klar, was die Praxis bringen wird und wie es wirklich funktioniert werde ich in knapp einer Stunde erfahren.
Die Pilatus Porter landet und wird aufgetankt, wir haben daher die Möglichkeit in aller Ruhe in die Maschine zu steigen. Mit uns fliegt mein Mitschüler Karl incl. Dirk und Uwe als Lehrer, zwei Solospringer und ein Tandemgast mit Tandemmaster. Ich sitze vor Steve direkt an der Tür und habe eine super Sicht durch die große Scheibe, beim Steigflug bemerke ich das in der Gegend sehr viele Gewächshäuser stehen und die meisten Ortschaften sehr klein sind. Bei 1700 Metern vergleiche ich mit Patrik den Höhenmesser und wir gehen noch mal das Programm durch: Checkin, Checkout, Prob, Rauf Runter Raus, stabilisieren, Beobachtungskreis durchführen ( Höhe ablesen, OK beim linken Lehre abholen, Ok beim rechten Lehrer abholen), zwei Scheingriffe ausführen und Höhe kontrollieren, Drehung nach rechts -Höhenkontrolle, Drehung nach Links (sofern noch oberhalb von 2400 Metern) -Höhenkontrolle, bei 2000 Metern mit den Kopf schütteln und den Höhenmesser bis 1700 Metern beobachten. Abwinken und Auslösen. Bei 4000 Metern wird die Türe geöffnet und die Maschine verlangsamt den Flug, die zwei Solospringer sind fix aus der Maschine, Karl mit seinen Sprunglehrern krabbeln in die Türe und springen. Patrick klettert in die Türe und ich krieche auf allen vieren nach vorne zur Tür, Patrick ist zu meiner Linken auch in Stellung. Ich bekomme das Kommando in die Türe.
Wie bereits beim ersten Sprung halte ich mich am Türholm mit der linken hand, gestützt von der rechten fest; stelle den rechten Fuß auf das Trittbrett und lasse den linken Fuß folgen. Es kommt mir windiger vor als beim ersten Sprung, aber vermutlich erlebe ich alles nur intensiver. Checkin - OK, Checkout - OK, Prob, Rauf Runter Raus und ich falle mit Steve und Patrick zu Boden. Stabile X-Lage ist eingenommen und ich kontrolliere die Höhe, gute 3800 Meter und ich will mir das OK bei Steve zu meiner linken holen. Wie beim ersten Sprung bekomme ich das Zeichen die Beine etwas länger zu machen, gemacht und noch immer kein OK, das Hohlkreuz noch ein bissel stärker, Steve gibt mir das OK. Kontrolle bei Patrick zur rechten, er zeigt mir das ich die Beine ein wenig weiter zusammen halten soll, ich korrigiere und bekomme ein OK. Höhenmesserkontrolle und ich beginne mit den zwei Scheingriffen um dann wieder den Höhenmesser zu kontrollieren. Nun drehe ich den Kopf nach rechts und kann Patrick neben mir sehen, durch langsames nach unten drücken der rechten Schulter leite ich die Drehung ein. Ich bin begeistert das sich der Horizont anfängt sich zu bewegen. Nicht ganz einfach zu erkennen wann 90° erreicht sind, daher stoppe ich die Drehung nach Gefühl und kontrolliere die Höhe. Noch gute 3000 Meter und ich schaue nach links wo Steve zu meiner linken zu sehen ist, ich drücke die Schulter leicht nach unten und der Horizont bewegt sich. Mir fällt auf das die Drehung etwas schneller ist wie zuvor, aber es ist nicht ungemütlich einfach nur eine Idee schneller. Drehung ist nach ca. 90° gestoppt und ich kontrolliere die Höhe, ein kurzer Augenblick bleibt mir noch und dann schüttele ich bei 2000 Metern den Kopf. Den Höhenmesser verlassen meine Augen bis 1700 Meter nicht mehr, Abwinken, Auslösen, stabile X-Lage und es ruckelt. Ich zähle innerlich 1001 1002 1003 und schau nach oben, meine Augen sehen eine geöffneten Schirm an dem die rechte Ecke ein ganz klein wenig eingeklappt ist was mich nicht weiter beunruhigt. Ich löse die Lenkleinen und kontrolliere den Luftraum, weit und breit niemand zu sehen, meine Blicke streifen über den Boden und suchen die Ladewiese. Ein weiterer Blick zum Schirm zeigt mir das nun auch die Ecke voll geöffnet ist und ich mach eine Kurve.
Plötzlich höre ich eine Stimme die mich auffordert eine Rechtskurve zu fliegen, Ahhhh der Funk klappt, ich befolge die Aufforderung und machen eine rechts Kurve und vernehme eine OK im rechten Ohr. Es folgen noch Kommandos wie fliege eine Linkskurve, fliege gegen den Wind etc.; ich empfinde den Funk als sehr praktisch da ich mich nun nicht darüber grübeln muss wann ich mich in Richtung Landewiese auf den Weg machen muss, ich habe volles Vertrauen auf Wolfgang am Funk. Ich genieße die Aussicht und studiere erstmal in aller Ruhe die Landschaft. Dann fällt mir auf das ich nicht nur meine Anweisungen höre sondern auch die für meinen Schülerkollegen, ich suche den Schirm von Boris am Himmel und beobachte Ihn. Dann kommt die Aufforderung das ich mich in Richtung Landewiese orientieren soll, ich mache mich auf den Weg und folge mit großen Abstand dem Fallschirm von Boris. Im Landeanflug auf die Wiese kann ich schön beobachten wie Boris sicher am Boden landet, mein ausgesuchter Landeplatz liegt knapp 10 Meter neben Boris und ich bin gespannt ob ich Zielgenau da lande wo ich mein Blicke fixiert habe. Nur noch wenige Meter über dem Boden konzentriere ich mich auf das Landen als ich Plötzlich die Stimme in meinem Ohr sagen Höre KOPF. Ohne zu überlegen ziehe ich die Lenkleinen zum Kopf, dann kommen die Kommandos Schulter und Hüfte. Gedanklich war ich noch nicht so weit und bin verwirrt, befolge aber die Kommandos und lande halbwegs sicher, vom Gefühl her aber ein bissel zu schnell sodass ich zwar auf den Füßen lande dann aber nach vorne kippe und mich mir den Armen am Boden abstütze. Sonn Mist, habe ich mich vom Funk irritieren lassen und fühlte mich unsicher während der Landung. Nichts desto Trotz war es ein gute Landung und auch Eltern und Freunde die zuschauten sagten das sah gut aus, nur das Gefühl war nicht so toll. für mich stand fest, so schön und hilfreich wie der Funk beim Anflug auf die Wiese ist, so störend empfinde ich Ihn bei der Landung, hatte ich doch bei der ersten Landung ohne Funk ein sicheres Gefühl.
Am Boden packe ich den Schirm zusammen und gehe die wenigen Meter rüber zu Boris, wir strahlen uns an und sind beide noch hin und weg. Keine Fehler, keine Komplikationen es war einfach nur SUPER.
Bei der Besprechung des Sprungs zusammen mit Patrick erfahre ich das es ein guter Sprung war und ich eine gute Körperhaltung habe, Steve hatte zwischenzeitlich sogar losgelassen und Patrick hatte die Arme nur noch locker an meinem Geschirr so dass ich vom Prinzip her schon ohne Führung in der Luft war. Ich bin zufrieden und kann es kaum noch erwarten mich für den dritten Sprung fertig zu machen, nur es wird noch etwas dauern denn es sind noch etliche andere Springer vor Ort. Patrick und ich machen uns auf den Weg zum Manifest um zu klären ob und wann ein zweiter Sprung möglich ist, Lift 15 war noch frei und Patrick steckt direkt unsere Karten ein. Ich freu mich das ich noch am gleichen Tag meinen dritten Sprung erleben darf.
Nun esse ich erstmal eine Currywurst und gehe mit Theresa, Eva und Mum zur Ladewiese der Tandem-Springer. Wir schauen uns die rasanten Landungen der Videographen an und bewundern wie sauber die Tandems landen.

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Fallschirmspringen : Wollen wir mal schauen ob ich ein neues interessante Hobby gefunden habe. Die ersten Schritte sind getan und den weiteren Verlauf kann man hier nachlesen.

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